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Meine Diät-Geschichte

Hast Du schon einmal eine Diät gemacht? Ich kenne (leider) keine Frau, die diese Frage mit Nein beantworten würde. Auch ich hab in meinem bisherigen Leben so einige Diät-Erfahrung gesammelt: „Brigitte“-Diäten in meiner Jugend, „Low Fat 30“ und die „Ideal-Diät“ mit Anfang 20. Während meines Studiums ernährte ich mich jahrelang vegan und kombinierte diese Ernährungsweise noch mit Vollwertkost, d. h. ich nahm nur Vollkornprodukte und bis auf seltene Ausnahmen keinen Zucker mehr zu mir.

Ich war dünn, sehr dünn. Vor „Thigh Gap“ und „Bikini Bridge“ konnte ich ein Häkchen setzen. Und doch fühlte ich mich immer noch zu dick, überhaupt nicht wohl in meiner Haut und wollte noch dünner sein. Rückblickend weiß ich mittlerweile, dass ich hart an der Grenze zur Orthorexie war, einer Essstörung, bei der „gesunde Ernährung“ zum Zwang wird.

All das änderte sich als ich mit meinem jetzigen Partner zusammenkam. Café- und Restaurantbesuche, die Rückkehr zu vegetarischer Ernährung und die Abkehr von Vollwertkost ließen die Zahlen auf der Digitalwaage nach oben klettern. Ich begann, ehrlich zu mir selbst zu sein und gestand mir ein, dass mir Vollkornnudeln in Wahrheit nicht schmecken und ich eine ausgeprägte Genuss-Seite habe, die ich jahrelang zurückgehalten hatte. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, schlug der Jojo-Effekt volle Kanne zu und innerhalb von vier Jahren änderte meine Kleidergröße sich von 34/36 zu 42/44.

Meine Diät-Geschichte

(© Viktor Hanacek)

Der Prozess des Zunehmens war für mich eine lehrreiche und alles andere als einfache Erfahrung! Der Teil von mir, der unbedingt dünn sein wollte, wehrte sich natürlich nach Leibeskräften, war gar nicht begeistert und die kritischen Stimmen in meinem Kopf waren teilweise ohrenbetäubend. Doch mein Körper und mein Geist hatten als Gegenreaktion auf jahrelangen Verzicht und Selbstkontrolle ein unheimliches Nachholbedürfnis.

Dem Körper wieder die Kontrolle übergeben

Letztes Jahr entschied ich dann, meinen Körper das erste Mal in meinem Leben einfach machen zu lassen, die Kontrolle aufzugeben und ihm zu vertrauen, das er sich mit der Zeit wieder von selbst regulieren würde. Anfangs nahm ich Portionen zu mir, die deutlich zu viel waren, aber ich fühlte mich wie ausgehungert. Es gab Momente des Zweifels, in denen ich mich fragte, ob dieses Loslassen der Kontrolle wirklich der richtige Weg ist. Bis ich diesen Sommer feststellte, dass das ausgehungerte Gefühl nachgelassen hatte. Ich begann wieder zu spüren, wenn mein Magen voll war und konnte dann auch aufhören zu essen. Es war, als wären mein Körper und der Genuss-liebende Teil in mir, den ich jahrelang in Schach gehalten hatte, nun zufrieden und satt. Im Moment bin ich dabei, die beiden Seiten – Dünnsein wollen und kontrolliert essen vs. Genießen wollen und Vertrauen haben – miteinander auszusöhnen und zu einer Ernährungsweise zu finden, mit der beide gut leben können und ich bin gespannt, welche Ideen sich dabei noch entwickeln!

Interessant finde ich außerdem, dass es trotz meiner Gewichtszunahme und einer wesentlich rundlicheren Figur mittlerweile viele Momente gibt, in denen ich mich in meinem Körper wohl fühle und auch wohler als früher als ich zwar deutlich dünner, aber nie mit mir zufrieden war. Sicherlich hat dazu auch beigetragen, dass ich die Schritte, die ich Dir in der Serie „8 Schritte, um Dich in Deinem Körper wohler zu fühlen“ vorstelle, selbst gegangen bin und weiter gehe. Oder wie es in den USA heißt „Walk what you talk“. Das finde ich enorm wichtig!

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Anja Wermann

Hallo, ich bin Anja! Als Psychologin schreibe ich auf diesem Blog rund um Beziehungen, Singledasein, Sexualität und Körperakzeptanz.

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