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Im Interview: Silvana Denker

Mediendiät + Neue Vorbilder - Silvana Denker Fotografie

(© Silvana Denker Fotografie)

Bestimmt erinnerst Du Dich an dieses Gruppenbild aus Schritt 3: Mediendiät & Neue Vorbilder? Fotografiert hat es Silvana Denker, die im Rahmen ihrer Bodylove-Kampagne schon mehrere Städte besucht und verschiedene Frauen sowie Männer fotografiert hat, um mit diesen Bildern auf die Vielfalt menschlicher Körper aufmerksam zu machen. Silvana arbeitet auch beruflich als Fotografin und modelt zusätzlich für Plus Size Mode. Damit ist ihre Power aber noch längst nicht ausgeschöpft, denn neben ihrer Bodylove-Kampagne kümmert sie sich in ihrer Freizeit um ein weiteres Herzensprojekt: Den CURVeveS-Kalender.

Gerade ist die Ausgabe für 2016 erschienen. Modell standen dafür mehrere attraktive Frauen ab Kleidergröße 40. Der gesamte Erlös des Kalenders wird übrigens an den Brustkrebs Deutschland e. V. gespendet. Silvanas Engagement beeindruckt mich dermaßen, dass ich sie um ein Interview gebeten habe. Ich freue mich, dass sie sich dafür die Zeit genommen hat! Hier erfährst Du, wie Silvana auf die Idee für den Kalender kam, welchen Vorurteilen sie begegnet und wie ihr Alltag aussieht.

CURVeveS by Silvana Denker Kalender 2016 2

Silvana mit dem fertigen Kalender (© Silvana Denker)

Silvana Denker im Interview

Silvana Denker im Interview

Silvana als Model (© Christian Lauer)

Als Plus Size Model und Fotografin arbeitest du ja sowohl vor als auch hinter der Kamera. Was gefällt dir an beiden Tätigkeiten besonders gut?

Ich liebe beide Jobs gleichermaßen. Vor der Kamera ist es einfach toll, in verschiedene Rollen schlüpfen zu können, jemand sein zu können, der man sonst nicht ist. Ich liebe es, schon vorab die tolle neue Mode tragen und präsentieren zu dürfen und immer wieder neue Menschen und Orte kennenzulernen.

Meine Erfahrungen vor der Kamera kann ich wunderbar für meinen Job als Fotografin nutzen, ich mache sehr oft sogar die Posen vor (was auch öfter zu Lachern führt ;)). Es macht mir riesig Spaß, anderen zu zeigen, wie schön sie sind oder ihnen vielleicht mal andere Seiten an sich zu zeigen und tolle Erinnerungen zu zaubern.

Wie bist du zum Modeln gekommen? Und wie sieht dein Tag als Model aus?

Da bin ich eher so rein gerutscht. Ich habe früher immer mal hobbymäßig vor der Kamera gestanden, als ich noch deutlich schlanker war, aber habe nie damit gerechnet, damit jemals Geld zu verdienen. Habe dann Fotodesign studiert und bin komplett hinter die Kamera gewechselt. 2010 fragte mich eine Freundin, ob ich von ihr Fotos machen könne, da sie sich für den Ulla Popken Model Contest bewerben wolle. Das habe ich mir dann auch mal angeschaut und einfach aus Jux ebenfalls zwei Fotos eingeschickt. Einige Monate später, ich war zwischenzeitlich umgezogen, bekam ich eine Email, in der mir jemand zum Einzug ins Finale beim Model Contest gratulierte. Ich hatte das ganz vergessen und die Einladung wegen des Umzugs nicht erhalten. ^^

Da ich damals eine schwere Zeit durch gemacht habe, wollte ich die Finaltage einfach nutzen, um auf andere Gedanken zu kommen, mir eine schöne Zeit zu machen, dass das der Beginn einer Modelkarriere werden könnte, daran hätte ich nicht im Traum gedacht. Gewonnen habe ich dann letztendlich auch nicht, aber wurde kurz darauf von meiner ersten Modelagentur unter Vertrag genommen und wenige Monate später von Ulla Popken für meinen ersten großen Job – damals in Los Angeles – gebucht. So fing alles an 🙂

Hast du den Eindruck, dass sich die Plus Size Szene in den letzten Jahren verändert hat?

Auf jeden Fall hat sich sehr viel getan und es ist ja noch dabei 🙂 Allein wie sehr das Thema nun auch in den Medien vertreten ist, zeigt, dass es längst Zeit wurde. Ich freue mich, dass so viele tolle (vor allem) Frauen so viel auf die Beine stellen, die tolle Show von Tanja Marfo, die außerdem ihre eigene Agentur gegründet hat, Melanie Hauptmanns mit ihrer Wahl zur Fräulein Kurvig, so viele tolle Models, die sich auch in der Öffentlichkeit, in den Medien für mehr Vielfalt einsetzen. Das sind doch tolle Zeichen 🙂

Klar gibt es mittlerweile mehr Konkurrenz, aber ganz ehrlich? Das sehe ich gar nicht so eng, zur Not habe ich ja außerdem auch noch meine Fotografie 😉

Immer wieder höre und lese ich vom Vorurteil, dass fülligere Menschen unsportliche Couch Potatoes sein müssten. Du bist eines der besten Beispiele, dass das nicht so sein muss und bist z. B. schon einen Triathlon gelaufen. Bewegst du dich sonst auch gern?

Dieses Vorurteil musste ich mir auch schon anhören, bzw lesen. Unter einem Interview in dem mein Gewicht genannt wurde, stand zB „Mit dem Gewicht sitzt man ja nur den ganzen Tag auf der Couch und frisst Chips“. Und andere nette Sprüche… Ich war mein Leben lang ein sehr sportlicher Mensch, habe 13 Jahre lang Volleyball gespielt bis in die Regionalliga (was der Hauptgrund für mein kaputtes Knie ist neben Veranlagung und nicht, wie ich mir auch schon sagen lassen musste, mein Gewicht), ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und mache Krafttraining, ich fahre Rad und hab meinen Boxsack bei mir daheim hängen, den ich immer wieder zwischendurch quäle 😉

Ich war schon immer eher muskulös, nie zierlich. Ich liebe Sport und gehe außerdem sehr gern bei uns im Westerwald spazieren. Ich behaupte mal, das Vorurteil trifft auf mich definitiv nicht zu und ich kenne auch sehr viele andere Frauen mit mehr auf den Hüften, die regelmäßig Sport treiben.

Du kennst bestimmt die Alda-Kampagne, die von fünf international bekannten Plus Sizes Models (u. a. Ashley Graham) ins Leben gerufen wurde? Diese fünf Frauen möchte mit ihrer Kampagne andere Frauen stärken und das eingeschränkte Bild von Schönheit, das in den Medien gezeigt wird, ändern. Außerdem besuchen sie gemeinsam Schulen, um mit Mädchen über Körperakzeptanz, Selbstbewusstsein und Mobbing zu sprechen. So eine Aktion fände ich auch für Deutschland spitze. Könntest du dir so etwas mit Kolleginnen vorstellen?

Diese Kampagne ist fantastisch und selbstverständlich wäre ich sofort mit dabei, wenn es in Deutschland so etwas geben würde… Hmmm, warum nicht sowas in die Tat umsetzen? Wer hat Lust, mit zu machen? 😉

Wann hast du gemerkt, dass du auch gern selbst fotografierst, und wie ist dir der berufliche Einstieg als Fotografin gelungen?

Ich habe ja weiter oben schon erzählt, dass ich früher schon immer mal hobbymäßig vor der Kamera stand. Mit der Zeit hatte ich auch immer mehr eigene Ideen und weil es oft schwierig war, den Fotografen das Bild, das mir im Kopf rumspukte zu erklären, habe ich mir irgendwann eine eigene Kamera zugelegt und alles geknipst, was nicht bei drei auf den Bäumen war, besonders die Hunde meiner Eltern und engste Freunde mussten sehr oft dran glauben 😉

Ein paar Wochen später waren Otto Waalkes und seine Zwerge in Deutschland auf Promotour durch die Kinos. In Siegburg wollte ich auch einige Fotos machen und bin durch einen glücklichen Zufall backstage gelandet und habe alle Mann kennenlernen dürfen. Nach ein paar weiteren Treffen in anderen Städten, lud mich Otto dazu ein, den Rest der Tour mit zu fahren, um Fotos für ihre Webseite zu schießen, was ich natürlich auch tat 😉 Auf der Tour merkte ich dann, dass das abslut mein Ding ist, dass ich das beruflich machen will und so studierte ich dann wenig später Fotodesign an einer privaten Medienakademie, machte mehrere Praktika und Assistenzen und habe mich nach und nach in den Beruf eingearbeitet, bis ich mich dann auch irgendwann immer mehr auf Plus Size spezialisiert habe.

Wen oder was fotografierst du besonders gern?

Ich fotografiere fast ausschließlich Menschen, ich kann gar nicht sagen, wen da besonders gern, da jeder für sich etwas Einzigartiges hat, das ich gerne rauskitzle.

Toll ist natürlich, wenn ich meiner Fantasie freien Lauf lassen kann und irgendwelche eigenen Ideen umsetzen kann. Glücklicherweise kenne ich ja mittlerweile so viele tolle Models, die sich dafür gern zur Verfügung stellen 😉

Wie kamst du auf die Idee für den CURVeveS-Kalender?

Auf die Idee haben mich tatsächlich Facebook-Fans gebracht. Es hatte jemand Fotos von mir an den Playboy geschickt, nicht, dass ich das machen wollte, fand es aber ganz witzig und war auf die Reaktion gespannt. Zurück kam dann, dass ich zwar sehr hübsch sei, aber nicht dem allgemeinen Geschmack entspräche. Da habe ich mich gefragt, was denn bitte der allgemeine Geschmack ist und wer das bestimmt und habe das auf meiner Fanseite zur Diskussion gebracht. Irgendwann schrieben dann einige, dass ich doch selbst mal etwas in der Richtung auf die Beine stellen soll und so war die Idee geboren.

Die Einnahmen des Kalenders werden komplett an den Brustkrebs Deuschland e. V. gespendet, was ich großartig finde. Wie kam es dazu?

Mir war eigentlich schon direkt klar, dass ich das Geld spenden möchte, es hatte gar keinen tiefsinnigen Grund, muss ich zugeben. Ich wollte etwas Gutes tun und wenn es nur in einem kleinen Rahmen ist. Die Entscheidung, wofür das Geld gespendet werden soll, haben wir gemeinsam getroffen, ich habe die Models und alle anderen, die an dem Projekt mitgewirkt haben, gefragt und dabei haben wir uns schnell auf Brustkrebs Deutschland e. V. geeinigt, weil es meiner Meinung nach vom Thema her perfekt zusammen passt und auch, weil Models dabei waren, die selbst in der Familie und im Freundeskreis Betroffene hatten und auch in diesem Jahr ist das wieder so.

CURVeveS by Silvana Denker Kalender 2016

(© CURVeveS by Silvana Denker)

  • Den fertigen Kalender kannst Du übrigens hier bestellen.
  • Die Facebook-Seite zum Kalender gibt’s hier.
  • Falls Du die Bodylove-Kampagne mit einer Spende unterstützen möchtest, kannst Du das hier tun.

Welche Fragen hättest Du Silvana gern gestellt?

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Anja Wermann

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